Blaue Grotte (Capri) im Detail
Die Grotta Azzurra an der Nordküste Capris gehört zu den meistbesuchten und meistfotografierten Meereshöhlen der Welt. Das elektrisch blaue Licht, durch Sonnenlicht von Unterwasseröffnungen gebrochen, zieht Besucher seit der römischen Antike an.
Geologie und Optik
Teilweise geflutete Meereshöhle, von Wellen in den Capri-Kalk geschnitten. Der sichtbare Eingang ist eine 1-m-Öffnung über dem Meer; eine viel größere Unterwasseröffnung lässt Sonnenlicht durchscheinen, das die Kammer von unten gesättigt blau beleuchtet.
Römische Nutzung
Kaiser Tiberius (reg. 14–37 n. Chr.) nutzte sie als Nymphäum — Grottenheiligtum. Vom Höhlenboden geborgene Statuen bestätigen die kaiserliche Ausstattung; einige stehen heute im Museum der Certosa.
Wiederentdeckung in der Neuzeit
1826 von dem polnischen Schriftsteller August Kopisch und dem Schweizer Maler Ernst Fries mit Hilfe des Fischers Angelo Ferraro "wiederentdeckt". Kopischs Novelle machte die Höhle in Nordeuropa berühmt.
Der Besuch
Umsteigen vom größeren Boot in ein kleines Ruderboot vor dem Eingang, flach hinlegen für die 1-m-Öffnung, dann hinein in den blau leuchtenden Raum. Aufenthalt 5–10 Minuten; die Ruderer singen für Trinkgeld. Bei rauer See — oft im Winter — geschlossen.
Andrang und Schutz
In der Hochsaison hunderte Besucher täglich. Das lokale Ruder-Konsortium regelt den Zugang und kassiert zusätzlich. Viele empfinden den Eintritt im Verhältnis zur kurzen Zeit als teuer.
Praktisches
Verlässlich nur Mai–Oktober; Boote ab Marina Grande oder Anacapri. Euro mitbringen — Karten nicht überall akzeptiert.
Auf der Karte erkunden
Blaue Grotte auf der interaktiven Karte.