Meereshöhlen und Küstenkarst
Meereshöhlen entstehen, wo Wellenenergie sich auf Schwachstellen im Küstenfelsen fokussiert. Anders als Karst entstehen sie durch mechanische Erosion. Hybride mit Karstlösung erzeugen einige der spektakulärsten Küstenhöhlen.
Wie sie entstehen
Wellen greifen Verwerfungen, Klüfte, weichere Bänder oder Kontakte verschiedener Härten an. Wiederholter Aufprall und Hydraulikwirkung (komprimierte Luft sprengt Gestein im Höhlenende) vertiefen den Hohlraum. Typische Wirtsgesteine: Granit, Basalt, Quarzit.
Karst-See-Hybride
Die spektakulärsten Küstenhöhlen verbinden Meereseingang und Karstinneres. Smoo Cave in Sutherland (Schottland) — riesiger Dreiecksbogen am Eingang, dahinter Karstkammern im Durness-Kalk. Capris Blaue Grotte ähnlich.
Tideeffekte
Meereshöhlen verändern sich mit der Tide. Schwimmen, Kajak, Bootstour werden auf Niedrigwasser geplant. Bei Hochwasser sind viele Höhlen vollständig überflutet.
Bemerkenswerte Meereshöhlen
Fingal's Cave (Staffa, Schottland) — hexagonale Basaltsäulen. Sea Lion Caves (Oregon, USA) — größte Meereshöhle der USA, Heimat von Steller-Seelöwen. Painted Sea Caves (Apostle Islands, USA) — Sandsteinmeereshöhlen am Oberen See, mit Kajak. Algarve-Meereshöhlen (Portugal) — inkl. der ikonischen Benagil.
Risiken
Tidehöhlen können Schwimmer durch steigendes Wasser einschließen; Boote können in Brandung gegen Wände gedrückt werden; Felssturz häufig. Nur mit erfahrenen lokalen Guides.
Fotografie
Sonnenlicht durch niedrige Eingänge oder Oberlichter erzeugt die klassischen Bilder. Vormittag bis früher Nachmittag für blaues Licht. Polfilter gegen Wasseroberflächen-Reflexe.
Auf der Karte erkunden
Meereshöhlen auf der interaktiven Karte.