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Top 10 Höhlen in Spanien

Spanien hat mehr prähistorische Höhlenfundstätten als jedes andere Land Europas und gleichzeitig einige der spektakulärsten Schauhöhlen des Kontinents. Von der Kalkstein-Küste Kantabriens über die Seen Mallorcas bis zu den Lavaröhren Lanzarotes bietet das Land eine geologische Breite, die keine andere europäische Nation erreicht. Alle zehn Höhlen sind auf der Karte erfasst.

1. Altamira-Replik (Kantabrien)

Karsttyp: Kalkstein, Altamira-Hügel bei Santillana del Mar. Die originale Höhle hat Bisondeckenmalereien von 14.000 bis 20.000 Jahren und ist seit 2002 praktisch geschlossen (fünf Genehmigungsbesuche pro Woche). Die Neocueva de Altamira — eine vollständige Replik des Hauptteils — öffnete 2001. UNESCO- Welterbe seit 1985. Das Nationalmuseum und Forschungszentrum Altamira ist eines der bedeutendsten Museen für Paläolithik Europas.

2. Nerja (Málaga, Andalusien)

Karsttyp: Kalkstein der Penibétischen Kordillere, entdeckt 1959 durch fünf Jungen aus Nerja. Länge: 5 km Gesamtlänge, 1 km zugänglich. Hauptraum: die Sala del Cataclismo, 100 m hoch — einer der größten Höhlenräume Spaniens. Bekannt für prähistorische Kunstfunde (Robbe, auf 42.000 Jahre datiert; möglicherweise von Neandertalern geschaffen) und als Veranstaltungsort des alljährlichen Nerja-Höhlenfestivals für Klassikkonzerte.

3. Pozalagua (Vizcaya, Baskenland)

Karsttyp: Kalkstein, 1980 bei Sprengarbeiten in einem Kalksteinbruch entdeckt. Länge: 500 m zugänglich. Berühmt für seine Exzentriker — Heliktiten, die entgegen der Schwerkraft wachsen — in einer ungewöhnlichen Konzentration und Größe, die Spezialisten als die dichteste Heliktiten-Konzentration Europas beschreiben. Lage: Karrantza-Tal im Baskenland.

4. Cueva del Soplao (Kantabrien)

Karsttyp: Kalkstein, im Nationalpark Oyambre nahe Valdáliga. Länge: 17 km bekannt, 3 km touristisch erschlossen. Entdeckt 1908 bei Bergbauarbeiten. Berühmt für seine "Deckenheliktiten" — nach unten und seitwärts wachsende Kalzit-Röhren von bis zu 1 m Länge. Genannt "la Capilla Sixtina de la Espeleología". Touristenbahn führt in den Hauptbereich; Adventure-Tour für Fortgeschrittene verfügbar.

5. Valporquero (León, Kastilien-León)

Karsttyp: Kalkstein der Kantabrischen Kordillere, auf 1.420 m Seehöhe. Entdeckt 1966, geöffnet 1968. Länge: 3,2 km zugänglich. Sechs große Säle, darunter der Gran Rotonda mit 35 m Deckenhöhe. Besonderheit: aktiver Untergrundbach, der durch einen Teil des Systems fließt, und die stark ausgeprägten Farben der Kalzit-Formationen (Orange, Weiß, Grau). Besuchszeit: ganzjährig, reduziert im Winter.

6. Tito Bustillo (Asturien) — UNESCO-Welterbe

Karsttyp: Kalkstein, entdeckt 1968 durch Speläologen der Oviedo-Gruppe. Zusammen mit Altamira und El Castillo Teil des UNESCO-Welterbes "Höhlenkunst im Norden Spaniens" (2008). Prähistorische Malereien von Pferden, Hirschen und Bisons auf 35 m langen Friesen, datiert auf 14.000–35.000 Jahre. Besuchszahl streng limitiert; Buchung lange im Voraus nötig.

7. Cuevas del Drach (Mallorca, Balearen)

Karsttyp: Kalkstein-Karst auf Mallorca. Vier miteinander verbundene Höhlen; der Lago Martel (177 m lang, 30 m breit, 14 m tief) gilt als einer der größten unterirdischen Seen Europas. Das touristische Erlebnis hat ein einzigartiges Element: eine klassische Konzertaufführung auf einem beleuchteten Schiff auf dem unterirdischen See. Über eine Million Besucher pro Jahr. Port de Manacor, Ostmallorca.

8. Cueva de los Verdes (Lanzarote, Kanarische Inseln)

Karsttyp: Lavaröhre, entstanden vor ca. 3.000 Jahren durch Corona-Vulkanausbrüche. Länge des Gesamtsystems (inklusive des unter dem Meer verlaufenden Jameos- Teils): ca. 6 km. Der Besuchsbereich ist 2 km lang. Direkt verbunden mit dem Jameos del Agua, wo eine endemisc blinde Krabbe (Munidopsis polymorpha) in einem Brackwasserpool lebt. Eine der sehenswertesten Lavaröhren Europas.

9. El Castillo (Kantabrien)

Karsttyp: Kalkstein, Valle del Pas. Die ältesten Malereien wurden 2012 auf mindestens 40.800 Jahre datiert. Teil des UNESCO-Welterbes "Höhlenkunst im Norden Spaniens". Die roten Disk-Symbole und Handschablonen gehören zu den frühesten bekannten symbolischen Aktivitäten des Menschen in Europa. Streng limitierter Zugang; geführte Touren täglich mit sehr kleinen Gruppen.

10. Cueva de la Pileta (Málaga, Andalusien)

Karsttyp: Kalkstein der Serranía de Ronda. Entdeckt 1905 durch Bauer José Bullón Lobato. Länge: 2 km erkundet. Prähistorische Malereien von Pferden, Ziegen, Fischen und einem rätselhaften Fischzeichen, datiert auf 20.000– 25.000 Jahre. Die Höhle wird von der Familie Bullón seit der Entdeckung selbst verwaltet; kleine Gruppen mit Öllampen-Führung — eines der authentischsten Höhlenkunst-Erlebnisse Spaniens.

Reiseplanung in Spanien

Kantabrien (Altamira, El Castillo, Soplao, Tito Bustillo) ist das beste Ziel für Höhlenkunst-Interessierte. Die Höhlen liegen innerhalb einer Tagesfahrt voneinander. Für reine Schauhöhlen bieten Mallorca (Drach) und Lanzarote (Los Verdes) saisonunabhängige Anreise.