Anatomie einer Lavaröhre
Lavaröhren entstehen, wenn basaltische Lava unter einer erstarrten Kruste abfließt. Die Strukturen im Inneren dokumentieren das Verhalten der Lava am Ende des Ausbruchs.
Wie Röhren entstehen
Niedrigviskose Basaltlava fließt an der Oberfläche. Die Oberfläche kühlt und erstarrt, isoliert das geschmolzene Innere. Endet der Ausbruch, fließt die Lava ab und hinterlässt einen leeren Gang. Die Wände sind die abgekühlten Lavaränder.
Lava-Stalaktiten (Lavacicles)
Das Lavaröhren-Pendant zu Stalaktiten — geschmolzenes Gestein tropfte von der heißen Decke, bevor es erstarrte. Meist 10–30 cm, manchmal bis 1 m.
Lavabänke
Horizontale Absätze an den Wänden zeigen den Pegel der fließenden Lava in den letzten Eruptionsphasen. Mehrere Bänke übereinander, wenn der Pegel stufenweise sank.
Skylights
Löcher in der Decke, wo die Kruste versagte oder nie schloss. Häufig die natürlichen Eingänge der besuchten Tubes; lassen Sonnenlicht und Vegetation hinein.
Bruchkammern
Wo Decken einbrachen, entstanden Kammern größer als der ursprüngliche Gang. Viele Lavatube-Schauhöhlen sind überwiegend Bruchkammern.
Alter
Lavaröhren entstehen geologisch im Augenblick. Thurston Lava Tube auf Hawaii ca. 500 Jahre, Raufarhólshellir in Island ca. 5.200 Jahre. Anders als Karsthöhlen werden sie nicht detaillierter, nur älter.
Verbreitung
Wo basaltische Vulkane: Hawaii, Island, Jeju (Korea), Azoren, Kanaren, Ostaustralien, Mexiko. Galápagos und La Réunion mit umfangreichen Systemen.
Besuch
Lavatubes sind nach Höhlenmaß warm (Umgebungstemperatur plus wenige Grad). Keine Konstanttemperatur. Helm und Stirnlampe; Böden oft raues Basalt.
Auf der Karte erkunden
Lavaröhren auf der interaktiven Karte.