Wie Karstlandschaften entstehen
Karst ist die Oberflächenausprägung höhlenbildender Prozesse. Wo Kalkstein unterirdisch gelöst wird, formt dieselbe Chemie auch oberflächlich charakteristische Erscheinungen: Dolinen, Karst- türme, verschwindende Flüsse und kahle Kalkpflaster.
Der Lösungsmechanismus
Regenwasser nimmt CO₂ auf, bildet schwache Kohlensäure; im Boden steigt die Säurekonzentration durch organisches CO₂. Diese schwach saure Lösung löst CaCO₃: CaCO₃ + H₂CO₃ → Ca(HCO₃)₂.
Dolinen und Erdfälle
Charakteristischstes Karstmerkmal. Lösungsdolinen entstehen langsam durch Auflösung; Einsturzdolinen entstehen, wenn Höhlendecken kollabieren. Skocjan in Slowenien ist ein spektakuläres Beispiel.
Karsttürme und Kegelkarst
Im tropischen Karst läuft die Lösung schnell genug, um isolierte Türme stehen zu lassen — Guilin in China, die Halong-Bucht, die Spitzen im Phong Nha-Ke Bang. Senkrechte Wände werden durch gesättigtes Wasser am Fuß erhalten.
Karren und Kalkpflaster
Kahle Kalkflächen zeigen Lösungsmuster: Rinnenkarren, Kamenitzas (Pfannen), Spitzkarren. Burren in Irland und die Yorkshire- Pflaster sind Klassiker.
Verschwindende Flüsse und Quellen
Flüsse über Karst versinken oft und treten tiefer als Quelle wieder aus. Die Reka bei Skocjan, die Cetina in Kroatien, der Sotano in Mexiko sind Klassiker.
Polje und Uvala
Polje sind große Karstebenen mit interner Entwässerung; Uvala sind kleinere, aus mehreren Dolinen verschmolzene Formen. Das Lika-Polje in Kroatien ist Europas größtes.
Naturschutz
Karst-Aquifere versorgen 25 % der Weltbevölkerung mit Trinkwasser. Sie sind extrem verletzlich: Oberflächenverschmutzungen gelangen schnell in den Grundwasserleiter, da die Böden dünn sind.
Auf der Karte erkunden
Karstlandschaften auf der interaktiven Karte.