Stalaktiten und Stalagmiten — der Unterschied
Stalaktiten hängen von der Decke, Stalagmiten wachsen vom Boden. Eselsbrücke: "Stalaktiten hängen wie zwei T's nach unten, Stalagmiten stehen wie M's auf dem Boden." Die Geologie dahinter ist interessanter.
Stalaktiten
Entstehen, wenn CO₂-haltiges Wasser durch eine Höhlendecke sickert. Beim Tropfen entweicht CO₂; der Säureverlust zwingt CaCO₃ zur Ausfällung. Jeder Tropfen hinterlässt einen winzigen Calcitring; über Jahrtausende baut sich der kegelförmige Stalaktit auf. Die schnellsten wachsen ca. 0,13 mm/Jahr — ein 1-m-Stalaktit ist etwa 7.700 Jahre alt.
Sinterröhrchen (Soda Straws)
Frühestes Wachstumsstadium. Ein einzelner Tropfen lässt einen Ring zurück, der sich nach unten als hohlröhrchenförmiger Stalaktit fortsetzt. Sinterröhrchen können mehrere Meter erreichen, bevor sie verstopfen.
Stalagmiten
Wachsen am Boden unter Stalaktiten aus dem Aufprallspritzer. Der gelandete Tropfen hat sein CO₂ im Fall verloren; das Spritzwasser lagert sofort CaCO₃ ab. Sie wachsen langsamer und breiter als Stalaktiten.
Säulen und Pfeiler
Wenn Stalaktit und Stalagmit zusammenwachsen, verschmelzen sie zur Säule. Säule des Herkules (Postojna), Weihnachtsbaum (Abukuma-do), Turm zu Babel (Mitchelstown) sind berühmte Beispiele.
Andere Sinterformen
Helictiten: schwerkraftwidrige Calcitformen durch Kapillarwirkung. Flowstone: flächiger Calcitbelag, wo Wasser fließt statt tropft. Höhlenperlen: runde Calcitkugeln in flachen Pfützen. Sintervorhänge: dünne, gewellte Beläge an überhängenden Wänden.
Einflussfaktoren des Wachstums
Klima (wärmer = schnelleres Ausgasen), Tropfrate, gelöstes Calcium, Luftfeuchte, Luftzug. Stalagmiten lassen sich zur Klimarekonstruktion nutzen.
Auf der Karte erkunden
Sinterreiche Höhlen auf der interaktiven Karte.